Wie sieht das Internet aus?

Am 33. Chaos Computer Club Kongress Ende 2016 hielt Ingrid Burrington einen Vortrag unter dem Titel „From Server Farm to Data Table„, der sich mit der Frage beschäftigt, welche Infrastruktur für ein funktionierendes Internet benötigt wird. Dabei konzentrierte sie sich weniger auf die grossen Projekte wie Datencenter und Tiefseekabel, sondern auf die Infrastruktur vor der Haustüre.

Burringtons Ansatz ist auch deshalb interessant, weil es dabei nicht in erster Linie um abstrakte Konzepte und komplexe Softwarelösungen geht, sondern um die unterdessen fast unsichtbar gewordenen Verbindungen zwischen einem privat eingesetzten Gerät und den grossen Internetfirmen. Auch wenn heute die Anbindung meist über einen kabellosen Anschluss erfolgt, so bestehen doch die meisten Datenleitungen aus physikalisch nachverfolgbaren Drähten und optischen Fasern. Allerdings werden diese häufig unterirdisch verlegt und treten deshalb immer seltener sichtbar zu Tage.

Für den Unterricht ist Burringtons Ansatz interessant, weil Schülerinnen und Schüler Teile der Internetinfrastruktur zu Hause und in der Umgebung selbst fotografisch festhalten können und dadurch ein Verständnis dafür gewinnen, wie viele unterschiedliche Personen zusammenarbeiten müssen, damit sie z.B. ein Youtube-Video ansehen können.

Ausserdem verleitet ein solches Vorgehen automatisch zur Frage, welche weiteren Netzwerke (Strom, Frischwasser, Abwasser, Müllentsorgung, Postzustellung, …) für den Alltag von Bedeutung sind und wie diese funktionieren. Ein solches Sichtbarmachen „versteckter“ Infrastruktur fördert nicht nur das Verständnis für die vielfältigen Aufgaben eines Gemeindewesens, sondern ist auch im Hinblick auf die Berufswahl von Sekundarschülern relevant.

Interessante Onlinekurse im Januar 2017

Für Lehrpersonen, die sich in den Bereichen Medien und Informatik sowie Unterrichtsmethodik selbständig weiterbilden möchten, werden bereits im Januar eine ganze Reihe von interessanten Kursen angeboten:

Dieser kleine Überblick zeigt auf: Es sind durchaus nicht mangelnde Kursangebote, welche dafür sorgen, dass Innovationen sich im Unterricht nur langsam verbreiten. Vielmehr sind dafür fehlende Zeitgefässe (diese werden durch andere Aktivitäten gefüllt) und fehlendes Interesse verantwortlich.

Dabei ist es wenig hilfreich, wenn sich „Fachpersonen“ über MOOCs auslassen, ohne selbst jemals erfolgreich an einem solchen Kurs teilgenommen zu haben. Lehrpersonen stehen zusätzlich in der Pflicht, sich im Laufe ihrer Unterrichtstätigkeit immer wieder auf neue Möglichkeiten der Bildung einzulassen: Nur so können sie Entscheidungen treffen, die für die ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler hilfreich sind.

Medien und Informatik gemäss Lehrplan 21

Seit mehr als einer Generation wird darüber diskutiert, wie der Computer (oder ähnliche Geräte) im Unterricht verwendet werden kann und wie die Informatik (wieder) an der Volksschule eingeführt werden soll.

Auf der einen Seite dieser Diskussion befinden sich die Fachleute für Informatikunterricht, welche aufgrund gemachter Erfahrungen eher skeptisch sind, ob und wie gut eine Umsetzung nach den Vorgaben des Lehrplans in den nächsten Jahren gelingen wird.

Auf der anderen Seite hofft die Mehrheit der Lehrpersonen immer noch, sich nicht schon wieder mit einem „neuen“ Thema auseinandersetzten zu müssen. Denn trotz aller Beteuerung von Bildungsverantwortlichen: die Einführung des Lehrplans 21 benötigt viel Zeit und die geplante Weiterbildungen bewegen sich meist auf einem recht abstrakten Niveau, wodurch zusätzlich Zeit für die eigentliche Umsetzung in konkreten Unterricht eingerechnet werden muss.

Traditionelle Weiterbildung von Lehrpersonen

Allerdings beruhen all diese Einschätzungen auf Vermittlungsmodellen, welche durch die Möglichkeiten der modernen Technik zwar nicht gerade obsolet geworden sind, zumindest aber ihr Alleinstellungsmerkmal verloren haben.

Die Idee der Vermittlung informatorischer Kompetenzen sieht gemäss traditionellem Verständnis etwa wie folgt aus:

  1. Fachpersonen entwickeln Lehrprogramme für die Fachdidaktik an den pädagogischen Hochschulen.
  2. Lehrpersonen besuchen Kurse an den Hochschulen und lernen dort Konzepte, Definitionen und Methoden kennen.
  3. Die Lehrpersonen überlegen sich, wie sie das Erlernte im Unterricht umsetzen können.
  4. Die Lehrpersonen gestalten einen Unterricht, des es den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, die entsprechenden Kompetenzen zu erwerben.

Dabei ist es von zentraler Bedeutung, dass entsprechende Lehrmittel geschaffen werden, welche den Lehrpersonen helfen, den Unterricht zu gestalten.

Dieses traditionelle Modell ist aus zwei Gründen zu überdenken:

  • Es ist sehr zeitaufwändig, weil ein Unterricht nach neuem Lehrplan erst möglich wird, wenn die entsprechenden Lehrmittel und Kurse entwickelt worden sind.
  • Die Lehrmittel und das erworbene Wissen werden sehr schnell veralten, weil sie nur umständlich angepasst werden können.

Moderne Weiterbildung von Lehrpersonen

Wenn das Modul „Medien und Informatik“ zeitnah umgesetzt werden soll, dann ist es zwingend, dass die Möglichkeiten der Technik entsprechend genutzt werden. Konkret bedeutet dies:

  • Kurse an pädagogischen Hochschulen können unterstützend wirken, die Vermittlung der eigentlichen Grundlagen erfolgt aber vor allem durch sogenannte MOOCs.
  • Auf ein Lehrmittel in Papierform (für den digitalen Unterricht!) wird verzichtet. Stattdessen werden für den Unterricht freie Bildungsressourcen (OER) verwendet.

Dieser Ansatz erfordert zwar ein Umdenken bei Lehrpersonen, pädagogischen Hochschulen und den Bildungsverwaltungen, er führt aber nicht nur zu einer raschen Umsetzung von „Medien und Informatik“, sondern hilft auch dabei, den Einsatz von „neuen Medien“ im Unterricht zu beschleunigen, weil Lehrpersonen damit erstmals eigene Bildungserfahrungen machen können.

Ausserdem verhindert die Skalierbarkeit von MOOCs das Problem der Überbuchung von entsprechenden Kursen. Für die Lernenden selbst haben MOOCs den Vorteil, dass sie zeitlich und örtlich flexibel absolviert werden können.

Ein gutes Beispiel aus dem Bereich Programmierung ist der Kurs „Code yourself“, der von Coursera in Englisch und Spanisch angeboten wird: https://www.coursera.org/learn/intro-programming. Dieser bietet eine hervorragende Einführung in die Programmierung mit Scratch. Der Kurs läuft aktuell ab dem 2. Januar 2017.

Zahlreiche weitere Kurse im Bereich „Medien und Informatik“ werden von verschiedensten Anbietern für unterschiedlichste Anspruchsniveaus teilweise sogar kostenlos zu Verfügung gestellt. Dort wo Kurskosten anfallen, liegen diese meist in einem Bereich, der sonst für Fahrkosten an einen traditionellen Kursort fällig würde.

Welche Voraussetzungen sind notwendig?

Damit entsprechende Kurse von Lehrpersonen besucht werden, sind im Wesentlichen drei Faktoren entscheidend:

  1. Schulleitungen und Bildungsverwaltungen müssen klar kommunizieren, bis wann spätestens die entsprechenden Kompetenzen von Lehrpersonen erreicht werden müssen, respektive nachgewiesen werden können.
  2. Lehrpersonen müssen auf entsprechende Kurse hingewiesen werden. (An der Sekundarschule Romanshorn-Salmsach ist z.B. eine regelmässig aktualisierte Kursliste mit entsprechenden Angeboten vorhanden.)
  3. Erfolgreiche Kursabschlüsse müssen anerkannt werden. Dazu gehört auch die Finanzierung der meist vergleichsweise bescheidenen Zertifikatskosten.

Teaching with Moodle 2017

Teaching with Moodle ist ein Kurs, der halbjährlich durchgeführt wird. Dieser Kurs zeigt auf, wie Lehrende und Lernende das Lern-Management-System (LMS) Moodle im Unterricht einsetzen können.

Der Kurs ist als Einführung gedacht und beschränkt sich deshalb auf die bereits sehr mächtigen Grundfunktionen von Moodle. Der Kurs ist empfehlenswert, wenn man sich neu einarbeiten oder die eigenen Kenntnisse auffrischen möchte. Hat man sich einmal eingearbeitet, können die vorhandenen Funktionen durch zahlreiche Plugins erweitert werden.

An der Sekundarschule Romanshorn-Salmsach wird Moodle seit 2009 im Unterricht eingesetzt. Folgende Zusatzplugins kommen dabei u.a. zum Einsatz:

Dank der vielfältigen Möglichkeiten können Materialien und Aktivitäten nicht nur zentral verwaltet werden, das LMS dient auch als Ersatz für viele Web 2.0 Applikationen und erleichtert damit den Unterrichtsalltag.

Link: https://learn.moodle.net

Lernen und Lehren

Die technische Entwicklung der letzten Jahre ermöglicht neue Formen des Lernen und des Lehrens. Dieser Blog berichtet darüber, welche Folgen dies für den Unterricht auf der Sekundarstufe I hat und welche Chancen sich dadurch ergeben.