Ein Blick zurück: Code yourself!

Code yourself! ist ein auf Coursera angebotener Kurs, welcher Schülerinnen und Schüler in die Programmierung mit Scratch einführt. Allerdings ist der Kurs so gut gemacht, dass er sich auch für Lehrpersonen eignet, die sich im Hinblick auf den Lehrplan 21 entsprechende informatorische Konzepte aneignen wollen.

Kurs: https://www.coursera.org/learn/intro-programming

Scratch nutzt Blockbefehle

Scratch wurde vom MIT bereits 2007 entwickelt und in der Schweiz sicher ab 2008 erfolgreich im Unterricht eingesetzt. Mit verantwortlich für den anhaltenden Erfolg der Programmiersprache dürfte der Umstand sein, dass Teile des Computerprogrammes nicht von Hand geschrieben werden müssen, sondern aus sogenannten Blockbefehlen zusammengesetzt werden können:

Beispiel eines Scratchprogramms
In Scratch können vorgefertigte Befehle verwendet werden.

Damit wird insbesondere das Entstehen von Programmen verhindert, welche aufgrund von Tippfehlern nicht funktionieren.

Ein weiterer Vorteil von Scratch ist, dass die Programmiersprache von Anfang an im Hinblick auf Animationen und Computerspiele entwickelt wurde. Zum Erfolg trägt sicherlich auch bei, dass Codebeispiele problemlos veröffentlicht werden können. Dadurch ist eine „Programmierszene“ entstanden, in welcher aufbauend auf Versuchen anderer, Programme laufend weiterentwickelt werden können.

Scratch: https://scratch.mit.edu

Der Kurs beginnt ganz am Anfang

Die Kursverantwortlichen führen schrittweise in die Bedienung von Scratch ein. Schon mit wenigen Befehlen können erste Aufgabenstellungen erfolgreich gelöst werden. Dabei kommen aber informatorische Konzepte keineswegs zu kurz, denn diese werden gezielt durch entsprechende Programmieraufgaben provoziert.

Der Kurs setzt auf Spiele

In vielen Anfängerkursen wird erst einmal vermittelt, wie ein Käfer oder eine andere Figur über den Bildschirm bewegt werden kann. Anschliessend müssen dann komplexere Bewegungsmuster programmiert werden, wodurch Teilnehmende nicht nur durch den zunehmenden Schwierigkeitsgrad frustriert werden, sondern bald auch durch die grundsätzlich gleichbleibenden Aufgabentypen Langeweile entwickeln.

Nicht so in „Code Yourself!“. In diesem Kurs werden wichtige Konzepte anhand bekannter und beliebter Spielideen aufgebaut. So lernen die Kursteilnehmenden z.B. wie ein „Zombie and Flowers“-Clone erstellt werden kann. Die eigentlichen Programmierbefehle dazu sind einfach, die dahinterliegenden Konzepte nicht. Denn die Beispiele nutzen die Stärken der Programmiersprache Scratch gezielt, um motivierende Herausforderungen anzubieten.

Lehrplan 21

Die im vorgestellten Kurs angebotenen Inhalte decken einen grossen Teil der informatorischen Bildung ab, wie sie im Lehrplan 21 gefordert wird. Für interessierte Lehrpersonen gibt es deshalb – einmal abgesehen von der Kurssprache Englisch – keinen Grund, sich nicht auf den Kurs einzulassen. Dies insbesondere auch deshalb, weil die gezeigten Beispiele nicht nur direkt im Unterricht eingesetzt werden können (und dies mit minimal notwendigen Anpassungen), sondern auch deshalb, weil der motivierende Kurs schlichtweg einfach viel Freue bereitet.

Lehrplanmodul „Medien und Informatik“: http://tg.lehrplan.ch/index.php?code=b|10|0&la=yes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.