Wie sieht das Internet aus?

Am 33. Chaos Computer Club Kongress Ende 2016 hielt Ingrid Burrington einen Vortrag unter dem Titel „From Server Farm to Data Table„, der sich mit der Frage beschäftigt, welche Infrastruktur für ein funktionierendes Internet benötigt wird. Dabei konzentrierte sie sich weniger auf die grossen Projekte wie Datencenter und Tiefseekabel, sondern auf die Infrastruktur vor der Haustüre.

Burringtons Ansatz ist auch deshalb interessant, weil es dabei nicht in erster Linie um abstrakte Konzepte und komplexe Softwarelösungen geht, sondern um die unterdessen fast unsichtbar gewordenen Verbindungen zwischen einem privat eingesetzten Gerät und den grossen Internetfirmen. Auch wenn heute die Anbindung meist über einen kabellosen Anschluss erfolgt, so bestehen doch die meisten Datenleitungen aus physikalisch nachverfolgbaren Drähten und optischen Fasern. Allerdings werden diese häufig unterirdisch verlegt und treten deshalb immer seltener sichtbar zu Tage.

Für den Unterricht ist Burringtons Ansatz interessant, weil Schülerinnen und Schüler Teile der Internetinfrastruktur zu Hause und in der Umgebung selbst fotografisch festhalten können und dadurch ein Verständnis dafür gewinnen, wie viele unterschiedliche Personen zusammenarbeiten müssen, damit sie z.B. ein Youtube-Video ansehen können.

Ausserdem verleitet ein solches Vorgehen automatisch zur Frage, welche weiteren Netzwerke (Strom, Frischwasser, Abwasser, Müllentsorgung, Postzustellung, …) für den Alltag von Bedeutung sind und wie diese funktionieren. Ein solches Sichtbarmachen „versteckter“ Infrastruktur fördert nicht nur das Verständnis für die vielfältigen Aufgaben eines Gemeindewesens, sondern ist auch im Hinblick auf die Berufswahl von Sekundarschülern relevant.

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